Belastungsprobe für Lieferketten – Marktstudie Logistik 2021 veröffentlicht

Unternehmen

veröffentlicht am 28.06.2021

Welche Disruptionen hatten die größten Auswirkungen auf die Supply Chains von Unternehmen verschiedener Branchen? Und wie passen sie ihre Lieferketten-organisation dementsprechend an? Das hat eine Studie des GEMIT Instituts der Hochschule Niederrhein in Kooperation mit dem Kontraktlogistikdienstleister Simon Hegele herausgefunden. Die Ergebnisse der „Marktstudie Logistik 2021“ stehen ab sofort zum Download bereit.

Die „Marktstudie Logistik 2021“, durchgeführt vom GEMIT Institut der Hochschule Niederrhein und der Simon Hegele Unternehmensgruppe, gibt einen intensiven Einblick in die Auswirkungen verschiedener Disruptionen auf Lieferketten und zeichnet ein Bild, wie Unternehmen ihre Supply Chain künftig resilienter aufstellen wollen. Teilgenommen haben über 200 Unternehmensangehörige aus den Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Pharma und Gesundheit, IT, High Tech und Elektrotechnik sowie aus der Automobilindustrie.

Massive Störungen der Lieferketten

Sowohl die Covid-19-Pandemie als auch der Brexit, internationale Strafzölle und Handelsbarrieren sowie das neue Lieferkettengesetz und brancheneigene Trends erschütterten die Supply Chains seit Beginn des letzten Jahres. Über 60 Prozent der Teilnehmenden wurden von vorgenannten Disruptionen negativ betroffen. Besonders die Covid-19-Pandemie war für 36 Prozent der „Game Changer“ der Supply Chains. Die Folgen? Für die meisten Befragten schwerwiegend. So gaben beispielsweise 45 Prozent an, die Kundennachfrage nicht oder nicht zeitgerecht bedienen zu können. Große Probleme bereiten der Studie zufolge auch die Versorgungsengpässe bei Logistik- und Zulieferkapazitäten verbunden mit enormen Preisanstiegen. Dies bestätigten rund 62 Prozent der Teilnehmenden.

Maßnahmen zum Aufbau resilienter Supply Chains

Damit Supply Chains zukünftig robuster gegenüber derartigen Störungen aufgestellt sind, reagieren rund 36 Prozent der Teilnehmenden auf die Ereignisse mit einem verstärkten regionalen beziehungsweise lokalem Sourcing. Ebenso viele planen mit einem Ausbau der Logistikkapazitäten im Inland. Und selbst tiefgreifende Einschnitte in die Veränderung der Wertschöpfungstiefe werden in Betracht gezogen. So verschiebt sich die Gewichtung von In- und Outsourcing sowohl in der Produktion als auch in der Logistik. Gerade bei Logistikdienstleistungen planen 20 Prozent der befragten Unternehmen verstärktes Outsourcing.

Prof. Dr.-Ing. habil. Holger Beckmann, Leitung GEMIT Institut der Hochschule Niederrhein zu den Studienergebnissen: „Selbstverständlich hat der Markt die Erschütterungen der Lieferketten gespürt. Die Studie und besonders die Einblicke in die angepassten Logistikstrategien zeigt uns: Die Auswirkungen werden noch Jahre zu beobachten sein. Gleichzeitig stimmen die Ergebnisse positiv, dass solche Disruptionen Supply-Chain-Experten zum Umdenken gebracht haben, die eine nachhaltig positive Entwicklung in Hinblick auf Resilienz und Robustheit versprechen.“

Stefan Ulrich, CEO der Simon Hegele Unternehmensgruppe, kann die skizzierten Entwicklungen auch im Unternehmensalltag erkennen: „Lieferketten wurden selten zuvor einer solchen Belastungsprobe unterzogen wie seit Beginn des letzten Jahres. Unternehmen jeglicher Branchen haben diese Prüfung genutzt, um wertvolle Schlüsse daraus zu ziehen, wie die jeweilige Supply Chain zukunftsfähig aufgestellt werden muss. Besonders die Überlegungen zur verstärkten Einbindung von Logistik-Experten - eben den Logistikdienstleistern - sowie die beschriebenen Leistungs- und Flexibilitäts-Anforderungen an diese können wir aus der Praxis durch die an uns gerichteten Kundenanfragen seit Ausbruch der Pandemie bestätigen.“

Die umfassenden Studienergebnisse können Sie hier herunterladen. Das Copyright der Grafiken liegt bei GEMIT Institut der Hochschule Niederrhein und der Simon Hegele Unternehmensgruppe.

Über die Datenerhebung
Die Daten, die der Studie zugrunde liegen, wurden im April 2021 mittels eines Online-Fragebogen ermittelt, an dem sich über 200 Unternehmensvertreter aus verschiedenen Branchen beteiligten. Etwa zwei Drittel der Befragten haben eine leitende Funktion inne. Die Ergebnisse wurden ausgewertet nach Unternehmensbrache (IT/High Tech/Elektrotechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Pharma und Gesundheit, Automobilindustrie/Zulieferer) sowie nach Unternehmensgröße bezogen auf den Jahresumsatz.

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